Glaziale Serie III
Der Schmelzwasserabfluß des abtauenden Eises
konzentrierte sich an bestimmten Stellen des
Eisrandes und erfolgte hier mit großer Heftigkeit. Die
mächtigen Ströme durchbrachen die
Endmoränengürtel, spülten Rinnenseen aus, die
später wieder aufgefüllt wurden. In der Nähe der
Durchbruchstellen setzten sich Kiese, im übrigen
Sander ab. Nach dem Passieren der Sanderflächen
sammelten sich die Schmelzwässer in
Urstromtälern, um in diesen zum Meer hin
abzufließen. Dabei wurden die Täler bis zu 20 km
ausgeweitet. Für das früher so bezeichnete
"Hunte-Leda-Urstromtal" und das "Weser-Hase-Ems-
Urstromtal" ist ein Urstromabfluß nicht erwiesen. Die
Weser-Hase-Ems-Niederung wurde schon in den
frühen und mittleren Eiszeiten wiederholt von
mitteldeutschen Flüssen benutzt, die hier in einer
alten Niederungszone parallel zum Nordrand der
Mittelgebirgsschwelle nach Westen abflossen.
Quelle: H.-H. Seedorf & H.-H. Meyer (1992):
Landeskunde Niedersachsen, Wachholtz-Verlag,
Neumünster