Spam
Gegenmaßnahmen
Löschen von Spam
neue Regeln zur Erkennung von Spam

Spam

Über die Abkürzung (Send Phenomenal Amounts of Mail) und die namentliche Verbindung zum
Dosenfleisch ist an anderer Stelle schon genug geschrieben worden. Sparen wir's uns hier.

Daß Spam (ausdrücklich: im Sinne unerwünschter Werbemail!) eine Pest ist, darüber scheint auch allerseits einhellig Einvernehmen zu bestehen; das braucht somit nicht weiter diskutiert werden.


Gegenmaßnahmen

Seit Ende Januar 2003 haben wir im Rechenzentrum auf dem Rechner, auf dem alle Mails von außerhalb landen, zusätzlich zum Virenscanner eine Spam-Erkennungssoftware (Spam-Assassin) eingerichtet.

(Von hier ab wird's nun deutlich technischer ...)

Diese Software überprüft die Mail nach diversen Kriterien:

Die positiv geprüften Regeln werden in zusätzlich eingefügten Header-Zeilen aufgelistet, so daß der einzelne Benutzer bei Lust und/oder Bedarf nachvollziehen kann, wieso eine bestimmte Mail, die er für Spam hält, nicht als solche erkannt wurde, oder wieso eine andere fälschlicherweise als Spam bewertet wurde. Die zugehörigen Werte werden aufsummiert und sowohl als Zahl als auch als Kodierung zur textuellen Erkennung im Header aufgeführt.

Außer dem Einfügen dieser Header-Zeilen findet auf diesem Rechner keine weitere Markierung statt.

Erst auf dem POP3/IMAP-Server des Rechenzentrums wird vor dem Ablegen in der Mailbox nach einer bestimmten Header-Zeile gesucht und ggf. der Text /SPAM!/ dem Subject (Betreff) vorangestellt.

Die entsprechende Konfiguration in der globalen Datei /etc/procmailrc lautet:

# Rewrite Subject Line, if SpamLevel is high enough.
:0fw
* < 256000
* ^X-Spam-Level: \*\*\*\*\*
| sed '1,/^$/s@^Subject:@Subject: /SPAM!/@'
Vorläufig werden Mail größer als 256 kB nicht auf Spam getestet. Wenn sich das bei Spammern 'rumspricht, wird diese Grenze wohl erhöht werden müssen. Solange lassen wir diese Mails hier aus Gründen der Optimierung unbehelligt durch.
Übersteigt der Spam-Level den Wert 5 ( 5 Sternchen oder mehr auf der entsprechenden Zeile) wird dem Subject (Betreff) eine Text-Markierung vorangestellt. Nicht alle Klienten können auf die X-Spam-...-Header-Zeilen prüfen.

Bei bestimmten Mails -- die, die über die bugtraq-Mailingliste kommen -- ist wegen des Inhalt eine erhöhte Wahrscheinlichkeit gegeben, daß sie fälschlicherweise als Spam klassifiziert werden. Deshalb habe ich mir einen Eintrag für die lokale -- im Heimatkatalog -- Datei .procmailrc fertiggemacht:

# Rewrite Subject Line, if it's bugtraq mail
:0fw
* < 256000
* ^X-Spam-Level: \*\*\*\*\*
* ^TO bugtraq
| sed '1,/^$/s@^Subject: /SPAM!/@Subject:@'
(256 kB-Prüfung -- ja, ja, stimmt nicht ganz -- wieder wegen Optimierung; und wenn's überhaupt als Spam eingestuft wurde, nachschauen ob's über bugtraq kam und dann die Markierung im Subject entfernen.)

Oder für jemanden, der die ganzen zusätzlichen Header-Zeilen loswerden will:

# X-Spam-?? Header-Zeilen entfernen:    "[ 	]" ist jeweils "[<blank><tab>]"
:0 f
* < 256000
| sed -e '1,/^$/{; /^X-Spam-/d; /^[ 	][ 	]*SPAM: /d; }'

Worauf ich ausdrücklich gedrängt habe war, daß auf den Rechenzentrums-Seiten niemandem empfohlen wird die als Spam eingestufte Mail ungesehen wegzuwerfen.

Wer's dennoch tut, macht es auf eigenes Risiko. Ich sage jetzt schon vorher, daß er/sie früher oder später eine Mail löschen wird, die er/sie nicht hätte löschen wollen oder sollen.

Aber es soll keine/r behaupten können, ich hätte es nicht gesagt ...


Löschen von Spam

Nachdem nun zum 137. Mal die Frage auftauchte:

Kann das Rechenzentrum die Spam nicht gleich auf dem Server löschen?

Einfache Antwort: Nein, das ist verboten.

Die ausführliche Antwort ändert daran auch nicht viel. Früher gab es im Grundgesetz einen Artikel, der im umgangssprachlichen Gebrauch als Postgeheimnis bezeichnet wurde. Ob es den noch gibt oder ob oder inwieweit er vom "neuen" TKDG (Telekommunikationsdienstegesetz) abgelöst wurde, mögen bitte die Damen und Herren Juristen unter sich ausmachen.
Für mich persönlich habe ich mir folgende Vorgehensweise ausgewählt: Mails, die beim Mailer der Uni ankommen (also nicht als fehlerhaft erst gar nicht angenommen werden), werden auch nach Möglichkeit zugestellt.
Punkt, Ende der Diskussion!

Wer nicht damit einverstanden ist, wird sich wohl an einen meiner Vorgesetzten (Rechenzentrumsleiter, Chief Information Officer, Präsident, ...) wenden und dafür sorgen müssen, daß mir selbiger -- am liebsten schriftlich -- mit den Worten: "Dienstanweisung: ..." nähertritt. (Dann hat er nämlich den Schwarzen Peter.)

Das war der Teil, der sich auf das kollektive Löschen von vermeintlich erkannter Spam bezieht.

Anders sieht es aus, wenn ein Benutzer die bei ihm/ihr selbst eingehenden, als Spam markierten Mails gesondert behandelt. Es muß jedoch vorab klar sein, daß -- so lästig Spam auch sein mag -- es keine sichere Methode gibt Spam zu erkennen, weil die Spammer immer dazulernen und die meisten Methoden im Lauf der Zeit aushebeln. Ebenso läßt sich nie ausschließen, daß nicht unbescholtene Mails fälschlicherweise als Spam klassifiziert werden. (Deshalb auch obige Warnung unter "Gegenmaßnahmen" : "Worauf ich ausdrücklich gedrängt habe ..." [bis Ende des Abschnitts]) Aus diesem Grund achte ich gründlichst darauf, daß mindestens auf Seiten, für deren Inhalt ich verantwortlich gemacht werden kann, in keiner Weise eine Anleitung zum automatisierten Löschen von Mail auftaucht.
Die Gefahr, daß jemand versucht mich für durch seine/ihre versemmelte Konfiguration verlorengegangene Mail verantwortlich zu machen, ist mir definitiv zu groß.

Sorry, wie das mit dem automatisierten Löschen von Spam geht, muß jeder selber rauskriegen.
Für die gängigen Klienten-Progamme ist die Spam-Seite des Rechenzentrums ein guter Ausgangspunkt.
Serverseitig wird die Sache schnell komplizierter, weil hier kein mausbedienbares Tool exixtiert. Wird es von mir auch nicht geben; siehe oben das mit der "Dienstanweisung". Wer serverseitiges Löschen haben will, wird sich mit UNIX und dem Programm procmail auseinandersetzen müssen. Und der technischere Teil der obigen Gegenmaßnahmen liefert die nötigen Informationen, wie die Mails markiert werden.

Nochmal: Weder halte ich automatisiertes Löschen von Mails für eine akzeptable Idee, noch habe ich jemals jemandem gesagt, er/sie solle etwas Derartiges machen. Im Gegenteil, ich rate ausdrücklich davon ab!


neue Regeln zur Erkennung von Spam

Eine andere Frage, die ebenfalls immer wieder auftaucht:

Ich habe hier Spams, die nicht als solche erkannt wurden. Wo kann ich die hinschicken?

Das Regelwerk der von uns verwendeten Spam-Erkennungssoftware (Spam-Assassin) ist recht komplex. Zusätzliche Regeln und/oder Änderungen bei Gewichtungen sind ohne genaue Kenntnis der Verflechtungen des Regelwerks m. E. bedenklich. Deshalb ist momentan keine Adresse zum Abliefern derartiger Mails vorgesehen.

Etwas anders sieht es aus, wenn die Bayes-Funktionalität des Spam-Assassins in Betrieb genommen würde. Da werden dem Programm "gute" und "schlechte" Mails vorgesetzt. Darüber werden -- vereinfacht gesprochen -- Wort-Statistiken aufgebaut. Aus der Häufigkeit und der Kombination der in einer eingehenden Mail vorhandenen Wörter wird entschieden, ob diese Mail als Spam klassifiziert wird oder nicht. Hier wäre es sinnvoll dem Programm mit falsch bzw. nicht erkannter Spam nachträglich näherzutreten. Aber die Methodik mit den Bayes-Filtern ist m. E. nur sinnvoll, wenn der Spam-Filter auf Benutzer-Basis läuft.

Zwei extreme Beispiele:

In beiden Fällen ist das Ergebnis deutlich weniger zufriedenstellend, als wenn jeder "nur" seinen eigenen Spam-Filter in dieser Art trainieren würde.

Wahrscheinlich wird es in absehbarer Zukunft darauf hinauslaufen, daß das Rechenzentrum einen Spam-Filter mit allgemeinen Regeln zur Verfügung stellt, daß aber darauf aufbauend jeder Nutzer selber für sich eine gewisse Menge Fein-Tuning vornehmen muß. Nur so werden wir akzeptable Spam-Erkennung realisieren können. Momentan scheitert das an der Leistungsfähigkeit des POP3-/IMAP-Servers. Und bevor wir diesen Service über mehrere Rechner verteilen können, sind noch grundlegende Umstellungen (Austausch) von Software notwendig. Diese sind in Vorbereitung ...


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(Quelle: Impressum/Disclaimer des Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit Stand: 09/2002)

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