(Diese Seite ist unter Mithilfe von Ulla Poertgen entstanden. Niemandes Unterstützung soll hier unterschlagen werden!)

Disclaimer: Die hier in den FAQs gemachten Erklärungen sollen Personen, die sich nur einen Überblick zu einer Frage verschaffen wollen, den betreffenden Sachverhalt ggf. in vereinfachter Form erläutern. Sie erheben in keiner Weise Anspruch auf Vollständigkeit! Wer's genau wissen will, wende sich bitte an weiterführende Literatur.

Wie funktioniert Mail?

An der Zustellung einer Mail sind wenigstens drei Programme beteiligt. Zum einen das Programm, mit dem die Mail geschrieben und auf den Weg gebracht wird. In den meisten Fällen wird es dasselbe Programm sein, das die betreffende Person auch benutzt um ihre Mails zu lesen (also Programme wie Netscape, Outlook usw.)

Zum zweiten gibt es Programme, die Mails von einem Rechner auf einen anderen transferieren. Sie werden als Mail Transfer Agents (MTA) bezeichnet. (Darunter fallen z. B. sendmail, exim usw.)

Und auf dem Zielrechner muß die Mail in der zugehörigen Mail-Box abgelegt werden. Diese Programme werden als Mail Delivery Agents (MDA) bezeichnet. (Das wären z. B. mail, procmail usw.)

Zum Lesen sind dann wieder Programme wie Netscape u. ä. gefragt. Dazu kommen ggf. noch Programme, die POP3- bzw. IMAP-Server realisieren, sowie eventuell weitere Hilfsprogramme.

Nehmen wir nun an, daß mit einem einfachen Programm eine Mail verfasst und losgeschickt wird. Dieses Programm wird dann i. a. den MTA auf dem lokalen Rechner in Bewegung setzen um die Mail zu einem anderen Rechner zu transportieren. Im Idealfall ist das schon der Zielrechner und die Mail würde in der Mail-Box des Empfängers abgelegt.

Aus verschiedenen Gründen (Sicherheits-Aspekte, Vereinfachung bei der Konfiguration) wird dies jedoch meistens nicht der Fall sein und so muß die Mail von dort aus wieder weitergegeben werden. (Diese Methode des Weiterschiebens von Mails geht noch auf die Zeit zurück, als Rechnerverbindungen -- wenigstens die, die über ein Gebäude oder einen Gebäudekomplex hinausgingen -- ausschließlich über Modemverbindungen realisiert waren. Nix von wegen Standleitung! So wählte sich mehrmals am Tag ein Rechner der Uni Osnabrück an der Uni in Dortmund ein, holte die dort zwischengelagerten Mails ab und übergab die zu versendenden an den dortigen MTA zur weiteren Auslieferung.) Damals wie heute hängt die Laufzeit einer Mail stark von der Anzahl der beteiligten Rechner und den Zeitabständen zwischen den einzelnen Zustellungsversuchen ab. Und deshalb kann auch keine Zeitspanne versprochen werden, innerhalb derer eine Mail zugestellt wird.

Es existiert lediglich die Spielregel, daß für jede Mail, die angenommen wurde, auch mindestens eine Mail wieder hinausgeht. Entweder weiter Richtung Empfänger oder, wenn dabei ein Fehler aufgetreten ist, eine Meldung darüber an den Absender. (Was natürlich nur funktionieren kann, wenn der richtig eingetragen wurde!)

Wie kommt eine Mail von einem Rechner zum nächsten?

Relevant sind an dieser Stelle die MTAs. Sie unterhalten sich untereinander mit dem Simple Mail Transfer Protocol (SMTP). Das läuft ungefähr so ab:

	HALLO hier bin ICH, ich habe hier eine mail
	VON ABC
	AN DEF mit folgendem
	INHALT
	TSCHUESS

(Der exakte Wortlaut der verwendeten Schlüsselworte würde hier zu weit führen, aber wenn man in Obigem nur die großgeschriebene Worte behält und den Rest sich wegdenkt, kommt man der Sache schon sehr nahe.)

Jede der obigen Zeilen (für die Erbsenzähler unter uns: mit Ausnahme der letzten!) werden vom angesprochenen MTA mit einer Antwort quittiert. Sie beginnt immer mit einer dreistelligen Zahl, gefolgt von einer textuellen Erläuterung. Für hier genügt es die erste Ziffer betrachten: handelt es sich um eine '2', ist soweit alles in Ordnung, ist es eine '4' oder eine '5', wird damit ein Fehler angezeigt. (Eine '4' signalisiert einen "temporären" Fehler, die Mail kann bei einem erneuten, späteren Versuch durchaus erfolgreich durchkommen; bei einer '5' wird dies so gut wie ausgeschlossen.)

Eine Mail gilt als angenommen, wenn der Teil, der oben mit "INHALT" zusammengefaßt wurde, mit "250 ..." quittiert wird.

Wieso kriege ich eine Mail, wenn sie doch an jemand anderen adressiert ist?

Wird eine Mail von einem MTA an einen anderen übergeben, "unterhalten" sich die beiden Rechner in etwa wie unter Wie kommt eine Mail von einem Rechner zum nächsten? beschrieben.

Die in diesem Dialog angegebene Empfänger-Adresse ist die, an die die Mail versucht wird zuzustellen; hier ist die einzige Stelle, wo die wirkliche Adresse des beabsichtigten Empfängers ehrlich angegeben werden muss.

Der als INHALT zusammengefaßte Inhalt der Mail gliedert sich in zwei Teile:

	1.) Kopfzeilen (Header)
	2.) Inhalt (Body)
Üblicherweise sind die beiden durch eine Leerzeile getrennt. (So können Programme zum Lesen von Mails aus dem Header uninteressante Zeilen ausblenden ohne Gefahr zu laufen damit auch den eigentlichen Inhalt der Mail zu zerstückeln.)

In die Kopfzeilen darf der empfangende MTA zusätzliche Informationen einbauen; z. B. wer (naja, er selber) wann von wem (Rechner! Nicht Person!) diese Mail empfangen hat. Oder die Adresse(n) von Absender bzw. Empfänger(n) der Mail, wenn entsprechende Zeilen nicht schon vorhanden sind!

Will ein böser Bube nun verschleiern, an welche Adresse(n) die Mail genau geschickt wurde, sorgt er dafür, daß derartige Zeilen mit gefäschten Informationen von Anfang an im Header der Mail auftauchen. (Mail-Programme, die das zulassen, werden üblicherweise als "Bulk-Mailer" verkauft.)

Es ist zwar noch die eine oder andere Feinheit zu beachten, aber prinzipiell ist das das Schema, nach dem eine Mail von Bill Gates an Bill Clinton bei Ihnen ankommt und Ihnen nahelegt Aktien eines Porno-Anbieters zu kaufen (oder was einem sonst so einfallen mag).

Was bedeutet "Mail-Relaying"?

Es bedeutet, daß nicht der eigene Rechner die Mail beim Empfänger abliefert, sondern sie einem anderen Rechner samt Ziel-Adresse zur Erledigung übergibt.

An sich ein normaler Vorgang, wie er in der Uni laufend stattfindet. Solange der Empfänger innerhalb der Uni, sitzt nehmen unsere Mail-Server diese Mails auch an. (Auch für die anderen Institutionen, die über die Uni ihre Mails empfangen.) Auch von innerhalb der Uni werden Mails angenommen.

Nicht angnommen werden Mails, die von außerhalb kommen und deren Empfänger ebenfalls außerhalb der Uni ist. Damit wird verhindert, daß ein Nicht-Berechtigter die Rechner der Uni benutzt um seine Mails zu versenden.

Wie kann ich Mails versenden, wenn ich mich über einen anderen Provider einwähle, aber mein Mailing an der Uni betreibe?

Dann laufen Sie genau in das Messer, daß der fürs Versenden von Mails zuständige Server des Rechenzentrums Ihr Begehren als Mail-Relaying ablehnt.

Momentan hilft nur, daß Sie als "SMTP-Host" den betreffenden Server des Providers, über den Sie sich einwählen, konfigurieren. Es gibt nur noch wenige -- meist ältere -- Mail-Programme, die keine getrennte Konfiguration der Server fürs Lesen und fürs Versenden von Mails unterstützen.

Solange der Provider es nicht explizit unterbindet, können Sie als Absender durchaus die Uni-Adresse konfiguriert lassen.

(Eine elegantere Methode das Problem zu lösen ist in Arbeit.)


Disclaimer:

Die auf diesen Seiten zum Ausdruck gebrachten Meinungen sind die meinigen, nicht notwendigerweise die der Universität Osnabrück. (Es sei denn, sie würden zufällig übereinstimmen oder wären entsprechend gekennzeichnet.)

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(Quelle: Impressum/Disclaimer des Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit Stand: 09/2002)

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