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Robert Brandom:
„Begründen und Begreifen. Eine Einführung in den Inferentialismus“ Robert Brandom ist ein
außerordentlich einflussreicher amerikanischer Philosoph. Große Wirkung hatte
sein 800 Seiten starkes Werk „Making it Explicit“ von 1994 (dt. 2000 als
„Expressive Vernunft“). Die dort entwickelten Ideen finden sich in einer
komprimierten und leichter zugänglichen Form in dem Buch, das wir hier
zugrunde legen wollen: „Articulating Reasons“ (2000, dt. 2004 als „Begründen
und Begreifen“). Brandoms Position weicht in einer ganzen Reihe
von Punkten von derzeit prominenten Auffassungen ab. Im Zentrum eines großen
Teils der gegenwärtigen Philosophie des Geistes steht der Begriff der
Repräsentation: Gedanken sind primär dadurch bestimmt, dass sie von etwas in
der Welt handeln, dass sie Sachverhalte repräsentieren. Ein bestimmter
Zustand in einem informationsverarbeitenden System, z.B. einem Gehirn, mag
etwa den Sachverhalt repräsentieren, dass dort ein Pferd steht. Solche
Repräsentationen sind nach verbreiteter Auffassung schon bei nicht
sprachbegabten Tieren möglich, und sie lassen sich evtl. auf natürliche
Beziehungen (z.B. Kausalität) zurückführen. Brandom bindet die Denk- und Urteilsfähigkeit
dagegen sehr eng an das (menschliche) Sprachvermögen. Ausgangspunkt seiner
Untersuchungen ist dabei nicht der Begriff der Repräsentation als Beziehung
zwischen Sprache bzw. Geist und Welt, sondern der der „Inferenz“, des
korrekten Schlusses, zwischen Sätzen. Korrektheit wird dabei im Rückgriff auf
soziale Strukturen in der Sprachgemeinschaft bestimmt. Dieser ganz
andersartige Grundansatz hat erhebliche Folgen für viele Gebiete der
Philosophie und wird gegenwärtig heftig diskutiert. Für die Teilnahme an der Veranstaltung sind
Grundkenntnisse in Sprachphilosophie oder Phil. des Geistes günstig, aber
keine Voraussetzung. Wichtig ist die Bereitschaft, sich gründlich mit dem
Text auseinanderzusetzen. Empfohlene Literatur Brandom, R.: Begründen und Begreifen. Suhrkamp. |
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