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Aspekte der Naturalismusdebatte
in der Philosophie des Geistes Die Neurowissenschaften und die empirisch
arbeitende Psychologie haben in den letzten Jahrzehnten einen enormen Beitrag
zur Erforschung geistiger Phänomene geleistet. Für das Nachdenken über
Überzeugungen und Absichten, Gefühle, Empfindungen und die Frage, wie wir
„uns selbst“ als deren „Träger“ verstehen können, sind die Ergebnisse dieser
und verwandter wissenschaftlicher Disziplinen von erheblicher Bedeutung. Die philosophische Grundposition, die zu diesem
Befund am besten passt, scheint der Naturalismus zu sein: Subjekte mit ihren
geistigen Eigenschaften sind
(ontologisch gesprochen) rein natürliche Dinge, wenn auch sehr komplexe; und
zuständig für ihre Erforschung sind dann letztlich auch (epistemisch gesprochen)
die empirisch-naturwissenschaftlichen Disziplinen. Freilich erweist sich das Phänomen des Geistes
dann doch in mehrfacher Hinsicht als etwas sperrig. Empfindungen „fühlen sich
irgendwie an“; Überzeugungen handeln von der Welt und können wahr oder falsch
sein; und logische Schlüsse sind gültig oder ungültig. Vergleichbares taucht
in der Natur sonst nicht auf: Vorderhand macht es z.B. kaum Sinn, einen rein
natürlichen Prozess als gültig oder ungültig zu bezeichnen. Eine Reihe von Philosophen, in Deutschland z.B.
Habermas oder Wingert, sehen darin ein Problem für den Naturalismus,
zumindest in der epistemischen Variante; andere versuchen, naturalistisch
akzeptable Konzepte von „handeln von“ etc. zu entwickeln. In dieser
Veranstaltung sollen beide Gruppen zu Wort kommen. Empfohlene Literatur Zum Einstieg einschlägige
Kapitel aus Standardwerken zur Philosophie des Geistes, z.B.: Beckermann, A.: Analytische
Einführung in die Philosophie des Geistes. Metzinger,
Th.: Grundkurs Philosophie des Geistes I. |
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