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Das Wissen über eigene
geistige Zustände: Privilegierter Zugang und Autorität der ersten Person Ein großer Teil der
neuzeitlichen Philosophie geht von der Annahme aus, dass wir, mag unser
Wissen über die „Außenwelt“ auch begrenzt und unsicher sein, uns wenigstens
in unserem eigenen Geist auskennen. Ich kann vielleicht nicht sicher wissen,
ob dort wirklich ein Auto fährt, aber ich habe jedenfalls keinen Zweifel
daran, dass ich selbst zu sehen glaube, dass dort eines fährt. Ich bin
absolut sicher, dass ich jetzt Schmerzen im linken Knie habe, und ich weiß
ohne Zweifel, was ich selbst mit dem Satz „Ich habe Schmerzen im Knie“ jetzt
gerade meine. Solche Formen des
Selbstwissens scheinen zunächst ganz banal zu sein, werfen aber bei genauerem
Hinsehen doch erhebliche Probleme auf. Wittgenstein scheint in den
Philosophischen Untersuchungen zu meinen, dass ein Satz wie „Ich weiß, was
ich denke“ nicht trivialerweise wahr ist, sondern vielmehr einen inkorrekten
Sprachgebrauch darstellt. Viele andere Autoren denken, dass Selbstwissen eine
Form von Wissen darstellt, das sich wesentlich von Wissen über Andere(s)
unterscheidet. Über seine besonderen Eigenschaften herrscht aber keine
Einigkeit, ebenso wenig über die Frage, worauf diese Unterschiede
zurückzuführen sind. Umstritten ist insbesondere auch, ob Formen des
Selbstwissens mit einem einheitlichen naturalistischen Welt- und Menschenbild
vereinbar sind oder nicht. In diesem Seminar sollen
hauptsächlich neuere Texte zu diesen Fragen gelesen werden. Empfohlene Literatur Newen, Albert und
Gottfried Vosgerau (Hg.): Den eigenen Geist kennen. Paderborn: mentis, 2005. |
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