Landschaftsnutzung in Mitteleuropa
Als die Gletscher begannen, abzuschmelzen und sich in ganz
Mitteleuropa eine Tundralandschaft ausbreitete,
begannen die Menschen die Landschaft zu verändern.
Die Anfänge großer Waldrodungen liegen daher
bereits in der Bronzezeit (1.700 - 800 v. Chr.).
Damals muß es schon große waldfreie Gebiete
gegeben haben, auf denen die Viehherden des
Menschen weideten.
Nach der Christianisierung wurde zwischen 950 und
1.300 der Wald weitgehend gerodet. Die
frischen Böden lieferten hohe landwirtschaftliche
Erträge. Die Böden ertrugen die sehr starke Nutzung
aber nur kurze Zeit. Die sozialen Erschütterungen ab
1.500, die in Pest, in den Bauernkriegen, den
Hussitenkriegen und im 30jährigen Krieg gipfelten,
waren weitgehend die Folge wirtschaftlicher Not.
Der Wald wurde nahezu verbraucht. Es begann
die Kultivierung von Mooren und Flußauen.
Aus den Wäldern (Streu) und den offenen
Heideflächen (Plaggenstechen) wurde der "Dünger" für
die Getreidefelder gewonnen. Der Wald wurde seiner
Nährstoffe beraubt.
Es kam zu schweren Hungersnöten, auch die
Städte verarmten.
Verändert wurde diese Situation durch den Einsatz von
künstlichem Dünger und dem Anbau von Kartoffeln und Zuckerrüben.
Der Wald wurde wieder aufgeforstet, doch
der Boden war großflächig
verarmt, so daß überwiegend Kiefernwälder
wuchsen.