Die Plaggendüngung - 1000 Jahre Getreideanbau
Die große Ausdehnung der Moore und sandigen
Geestrücken schränken die für Ackerbau zur
Verfügung stehenden Flächen sehr stark ein. Eine
Bewirtschaftung der nähstoffarmen Sandböden
gelingt nur, wenn diese Flächen regelmäßig gedüngt
werden. Dieses geschieht seit über 1000
Jahren mit Hilfe der Plaggenesch-Wirtschaft.
In bestimmten Gebieten werden
die Wurzeln von Heide und Wiesen
mitsamt dem Oberboden entnommen. Diese Plaggen
dienen als Einstreu in den Viehställen.
Die mit
Kot der Haustiere vermengten Plaggenreste werden
auf dem Hof gestapelt und dabei kompostiert. Mit dem
reifen Plaggenkompost
der Boden gedüngt.
Diese Wirtschaftsform wurde in unserer Region über
fast 1000 Jahre bis zur Einführung des Kunstdüngers
Ende des 20. Jahrhunderts betrieben. Als Folge der
Plaggenesch-Wirtschaft entstanden Heideflächen.
Die Esche - das sind die Äcker, auf denen der
Plaggendünger ausgebracht wurde - heben sich im
Laufe der Zeit immer höher aus der Umgebung
heraus. Teilweise wölbt sich der Esch bis zu zwei
Meter über seine Umgebung.